Tipps für den Start in die Selbständigkeit
Donnerstag, Juli 12, 2012 19:08Wer sich für den Schritt in die Selbständigkeit entschlossen hat, hat erst einmal viel Mut bewiesen. Nun gilt es, die Anfangsmotivation zwar gut auszunutzen, aber nicht vor lauter Euphorie über der eigentlichen Tätigkeit das Drumherum zu vernachlässigen.
Egal, ob die Arbeit in einer schicken Bürogemeinschaft ausgeübt wird oder eher von der Art ist, die Arbeitskleidung die eine Menge mit macht erfordert – gewisse Grundprinzipien gelten für alle.
Marketing
Ein schlüssiges Marketingkonzept ist die Basis einer erfolgreichen Geschäftstätigkeit. Das klingt hochtrabend, muss aber nicht kompliziert sein. Eine einfache Homepage oder Webvisitenkarte ist schon für wenige hundert Euro zu haben. Andere Möglichkeiten ein Unternehmen bekannt zu machen sind Einträge in Branchenbüchern, Online-Verzeichnissen und Profile in sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook. Diese sind zum Teil kostenlos. Mit entsprechendem Grundwissen können diese Dinge selbst erledigt werden. Die Grundlage für alle Marketingmaßnahmen ist eine sogenannte CI (Corporate Identity), um die sich ein Profi kümmern sollte. Ein handwerklich gut gemachtes Logo mit dem passenden Farbkonzept verleiht allen Materialien den nötigen professionellen Touch.
Akquise
Die Akquise ist neben dem Können im gewählten Geschäftsfeld der wichtigste Punkt für den Erfolg der Selbständigkeit. Vielen hilft ein Zeitplan dabei, feste Freiräume für die Neukundengewinnung einzuplanen. Erfahrungsgemäß fällt diese bei den meisten eher unbeliebte Tätigkeit sonst hintenüber. Das rächt sich spätestens, wenn im Geschäftsbetrieb Leerlauf entsteht, weil die Aufträge ausbleiben. Von der Akquise bis zum Auftrag können schlimmstenfalls Wochen bis Monate vergehen.
Formalia

Wer den Sprung in die Selbsständigkeit wagen möchte, sollte genau wissen was er tut - Bild: © Dan Race - Fotolia.com
Gerade zu Beginn der Selbständigkeit fressen die Formalia große Teile der Arbeitszeit auf. Geschickterweise nutzt man die Freiräume am Anfang aus um nicht nur alles Wichtige zu erledigen, sondern auch die Grundlage für einen störungsfreien Betrieb zu schaffen. Zwingend erforderlich sind zuerst die Anmeldungen beim Finanz- und Gewerbeamt, Anmietung von Räumlichkeiten sowie gegebenenfalls Arbeitsverträge für die Mitarbeiter. Bei allen Unklarheiten sollte am Besten rechtzeitig ein kompetenter Anwalt oder Gründungsberater konsultiert werden. Die Dienstleistungen des letzteren können sogar über die KfW teilfinanziert werden.
Buchhaltung und Steuern
Eine von vornherein professionell angelegte Buchhaltung (so könnte der Ablauf aussehen) spart später im Alltagsgeschäft viel Zeit und Ärger.
Ob ein Steuerberater notwendig ist oder nicht, hängt sowohl von den individuellen Kenntnissen als auch der Komplexität der Unternehmung ab. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass ein Freiberufler seine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) mit einfachen Mitteln in den Griff kriegt. Sobald es jedoch ans Bilanzieren geht, sollte besser auf einen Fachmann zurück gegriffen werden.
Ist die Buchhaltung erst einmal korrekt aufgesetzt, ist also die entsprechende Software eingerichtet, das Ablagesystem für Belege und Rechnungen durchdacht und eingeführt, so wird im laufenden Betrieb das Meiste schnell erledigt sein.
Personalfragen
Handelt es sich bei dem Gegenstand der Selbständigkeit um einen Betrieb, der Angestellte beschäftigt, gibt es wiederum Etliches zu beachten. Es müssen beispielsweise ausreichend geschlechtergetrennte Sanitäranlagen vorhanden sein. Die Mitarbeiter brauchen einen vom Tageslicht erreichten Pausenraum und gegebenfalls geeignete Arbeitskleidung die eine Menge mit macht. Manche Fachgeschäfte gewähren Rabatte auf Berufskleidung oder bieten einen Reinigungsservice an.
Die Abrechnung und Lohnbuchhaltung sollte dann wieder der Steuerberater übernehmen.
Kunden
Die Kunden sind das Kapital des Unternehmens. Sie wollen nicht nur gewonnen, sondern auch gehalten werden. In einer Datenbank können die Stammdaten und Bestellungen aller Kunden gespeichert und zu verschiedenen Auswertungen herangezogen werden. Außerdem stehen so die Adressdaten jederzeit für Werbemaßnahmen zur Verfügung, jedoch sollte dies nicht mit der grad durch die Bundesregierung angefachte Debatte über den Adressdatenhandel gleich gessetzt werden.