Fanreise in die USA
Mittwoch, März 3, 2010 18:54Zielflughafen Seattle, dann per Fähre oder Mietwagen (Highway 101) bis Forks im US-Bundesstaat Washington. Ein verschlafenes Städtchen und die höchste Niederschlagsrate Nordamerikas. Das soll ein Reiseziel sein? Wer Regenwälder mag, imposante Mammutbäume bewundern will, gern auf wilden Flüssen unterwegs ist, durch das, Unesco geschützte, Biosphärenreservat “Olympic Nationalpark“ wandern will, Ruhe und Einsamkeit sucht, auf denjenigen wartet eine unglaublich schöne, urwüchsige, melancholisch anmutende Landschaft.
Aber da ist noch etwas anderes los, in diesem Nest, an dessen Ortseingang ein Schild verkündet: „3175 Einwohner, 8½ Vampire“. In den Restaurants stehen „Vampire Shake“, „Werewolf Burger“ und „Sparkling Twilight“ auf der Karte. Und manche Gäste, erstaunlich jungen Alters für dieses abgelegene Reiseziel, sehen etwas blässlich aus. Auf dem Weg zur Unterkunft fällt auf, dass fast jedes Hotel und Motel mit dem Hinweis wirbt, man schlafe hier sicher. Spätestens jetzt kann es keiner mehr verdrängen: man ist in einem Vampir-Szenario gelandet.
Genau, Forks, die “Heimat“ von Bella und Edward aus der Twilight-Saga ist nach dem Megaerfolg der Verfilmung aus einem tiefen Schlaf erwacht und zur Pilgerstätte aller Vampir-Fans mutiert. Und es kommen immer mehr, denn was steht auf der nächsten Motelwerbetafel? Edward Cullen didn’t sleep here – because he never sleeps.